Mittwoch, 14. Juli 2010

Tore, Tröten, Tintenfische

Die WM in Süd-Afrika ist vorbei und die deutsche Mannschaft seit gestern wieder in heimischen Gefilden. Doch was konnte man aus den letzten Wochen voller Vuvuzela-Terror mitnehmen?
Sicherlich ist an dieser Stelle der dritte Platz in diesem Turnier aufzuführen - auch wenn ich das Spiel für sich genommen für sehr sinnbefreit betrachte: Die beiden enttäuschten Verlierer aus den Halbfinal-Spielen treten gegeneinander an. Somit war auch am Samstag Abend der Start in das Spiel sehr zäh, allerdings konnte sich die Nationmalmannschaft gegen Uruguay verdient durchsetzen, auch wenn man nicht an die großartigen Spiele wie gegen England und Argentinien anschließen konnte. Alles andere als großartig war ohne Frage der Auftritt gegen Serbien (die ödeste WM-Gruppenphase ever hatte wohl zu diesem Zeitpunkt auch die deutsche Elf erreicht) und das Ausscheiden gegen Spanien im Halbfinale, gegen die einfach kein Mittel gefunden wurde.
Immerhin kann man jetzt sagen, dass man gegen den Weltmeister raus gefolgen ist - auch wenn ich dieser Aussage nicht viel abgewinnen kann. Spanien konnte ich am Sonntag gegen die Holländer mit ihrer effizienten und disziplinierten Spielweise in einem Finale geprägt von Kampf und Krampf durchsetzen, das der Schiedsrichter mal in keinsterweise im Griff hatte.
Dies war allerdings auch wiederum sehr bezeichnend für die zurückliegende WM: Selten so viele und teilweise äußerst krasse Fehlentscheidungen gesehen wie dieses Jahr. Hoffentlich zieht die Fifa daraus die richtigen Erkenntnisse, damit sich so ein Debakel nicht noch mal wiederholt.
Aber vielleicht war es auch Schuld der Vuvuzelas. Ich hoffe mal, dass diese Höllenerfindungen keine vergleichbare Nachwirkungen auf die nationalen Ligen haben werden wie damals nach der EM 2008 der Song Seven Nation Army. Unter Umständen kann es auch Pauls Verantwortung sein - in Augen mancher der wahre Strippenzieher der WM - ,der aber für die kommende EM nach dem Hype einen Nachfolger brauchen wird, weil er diese wahrscheinlich nicht mehr miterleben wird. Allerdings verdichtet sich ein erschreckender Verdacht: Paul hat es nicht drauf, sondern in allen "Voraussagen" sich immer in das rechte Glas gesetzt. Glück oder begründete "Sturheit" - er wird es mit seinen ganzen Armen wohl mit ins Grab nehmen.
Unterm Strich muss man aber zweifelsohne anerkennen, dass auf organisatorischer Ebene - trotz anfänglicher Bedenken aus der einen oder anderen Ecke - fast alles richtig gemacht wurde. Bis auf den Streik des Sicherheitsdiensts während der Vorrunde, der kurzerhand durch Cops ersetzt wurde, sind zumindestens keine weiteren "Skandale" dieser Art publik geworden. Es bleibt zu hoffen, dass eine positive Nachhaltigkeit politischer, wirtschaftlicher und sportlicher Art für den gesamten Kontinenten eintritt.

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